Wo liegt Löbau?


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Löbau (Obersorbisch Lubij) liegt am Ostrand des Lausitzer Berglandes. 

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Stadtfahne Löbau

Löbau vorgestellt

Hier stellen wir in loser Folge bekannte und weniger bekannte Objekte der Stadt vor.
(Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken)

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Brücke der Jugend

 

Schon seit Jahrhunderten war es ein kleiner Akt aus Löbau heraus nach Zittau bzw. von Zittau kommend in die Stadt hinein zu fahren. Auf dem sogenannten Schinderberg (heute Äußere Zittauer Straße) quälten sich die Fuhrwerke bergauf und bergab. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Automobile dazukamen, beschlossen Stadtverwaltung und Stadtverordnete endlich eine Brücke über das Tal der Seltenrein zu bauen. Damit 1914 solch ein Bau beginnen könne, nahmen sie bei der Knappschaftskasse Freiberg einen Kredit über 250.000 Mark auf. Doch der 1. Weltkrieg kam dazwischen und die Brückenpläne mussten zunächst auf Eis gelegt werden.

 

 

10 Jahre später griffen die Stadtväter den Plan erneut auf. Sie berieten, schrieben Anträge und nach einigem Hin und Her entstand unter Leitung des Regierungsbaurates Eichler 1926/27 dieses aus 3 geschwungenen Bögen bestehende Bauwerk.Einige Häuser allerdings, darunter auch der legendäre Ziegenkopf, mussten der Brücke weichen und wurden abgerissen. Im Oktober 1927 übergaben Löbauer Honorationen den Viadukt feierlich dem öffentlichen Verkehr. Den Granit zum Bau der Brücke mussten die Arbeiter übrigens nicht von weither holen. Sie gewannen ihn aus dem Kalikschen Steinbruch, der sich unmittelbar neben der Baustelle, hinter dem heutigen Getränkehandel Ludwig, befand. Die Brücke erhielt den Namen des damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.

 

 

Nachdem am 7. Mai 1945 Pioniere der Wehrmacht die Hindenburgbrücke gesprengt hatten, war sie 6 Jahre lang nicht befahrbar. 1950/51 mit 100.000 DM wieder aufgebaut, weihten die Löbauer ihre Brücke im ersten Jahr des neuen 5-Jahrplanes und zu Ehren der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten zum 2. Mal ein. Um letzteres Ereignis zu würdigen, taufte der damalige Bürgermeister Kurt Walter (LDPD) sie in Brücke der Jugend um. Diesen Namen, genau wie die Symbole an der Brückenmauer, trägt sie (auch nach einer Sanierung im Jahr 2002) noch heute. Bilder →

 

Bau der Brücke 1927
Brücke um 1930
Die gleiche Perspektive heute
Bau der Brücke 1927
Die gleiche Perspektive heute
Bau der Brücke 1927
Die gleiche Perspektive heute
Der legendäre Ziegenkopf
Die gleiche Perspektive heute
Der legendäre Ziegenkopf
Die gleiche Perspektive heute
Einweihung 1927
Die gleiche Perspektive heute
Brückenansicht von der Mülenstraße
Ansicht von der Heilig Geist Kirche
Ansicht von der Äußeren Zittauer Straße
Brückensymbole
Standort Brücke der Jugend - hier klicken
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Jägerkaserne

Die Löbauer Jägerkaserne wurde von 1913 bis 1914 unter Leitung des Baumeisters Uhlig für das Jägerbataillon Nr. 12 erbaut. Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges diente die neue Kaserne zunächst als Lazarett. In der nachfolgenden Weimarer Republik zog die Reichswehr ein, ihr folgte Mitte der 1930er Jahre nahtlos die Wehrmacht. Die Blütezeit und größte Ausdehnung erreichte das Militärobjekt zu DDR-Zeiten. Von 1963 bis 1991 befand sich hier eine Offiziershochschule der Nationalen Volksarmee (NVA).

 

Nachdem man die NVA abgewickelt hatte, hatte niemand mehr Interesse an einer militärischen Nutzung des Objektes. War die Kaserne vor ihrer Auflösung noch eines der bekanntesten und größten Militärobjekte in Europa, ist das Areal heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Feststellung des Sächsischen Soldatenkalenders aus dem Jahre 1932, die Löbauer Jägerkaserne sei eine der Schönsten im ganzen Reiche, ist kaum mehr nachzuvollziehen. Der denkmalgeschützte Bereich des Kasernenkomplexes wird nur zum Teil genutzt, der Rest ist dem Verfall preisgegeben.  

 

 

Besuchen Sie auch:

www.garnison-loebau.de

Standort Jägerkaserne - hier klicken
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Luftbad

Am 22. Oktober 1710 gegen 5 Uhr abends brach in Löbau ein Feuer aus, dem die halbe Stadt, einschließlich des Rathauses, zum Opfer fiel. Nach Order des Sächsischen Kurfürsten August (der Starke), durften künftig keine Häuser mehr aus Holz, sondern mussten mit Steinen wieder aufgebaut werden. Um dies zu gewährleisten, ließ der Rat in Tiefendorf eine Ziegelscheune (siehe Auszug Stadtplan 1890) errichten. Die notwendige Lehmerde entnahmen die Arbeiter dem Gelände des heutigen Luftbades. Karte: Stadtarchiv Löbau

Nachdem die Ziegelei Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen war, hinterließ sie einen windgeschützten Raum. Ideal, dachten sich die Löbauer und errichteten 1899 an dieser Stelle ihr Licht-, Luft- und Sonnenbad. Sittsam zwischen Frauen und Männern getrennt, entstanden Liegeflächen, daneben Kinderspielplätze. Sogar eine kleine Bude zum Ausschank von Getränken sowie dem Verkauf von Bockwurst mit Semmel war dabei. Durch die Inbetriebnahme des Herrmannbades 1906 nutzten die Bürger ihr Luftbad immer weniger, bis sie es schließlich vergaßen.

Erst 73 Jahre nach seiner Eröffnung kam wieder Leben in das verschlafene Areal. Es waren Bürger des Wohnbezirks 12 (Gebiet rund um das Musikerviertel), die 1972 zur Vorbereitung des 25. Jahrestages der DDR in der Curt-Sebastian-Anlage - so hieß das Luftbad damals - Sport- und Kinderspielgeräte aufstellten. 1974 kam ein Mehrzweckgebäude dazu. Zu Ehren des 25. DDR-Geburtstages wurde es als Gaststätte feierlich eingeweiht. Zum Dank, auch für andere Aktivitäten, erkor die Stadtverwaltung den Wohnbezirk 12 1973 und 1974 zum schönsten Wohnbezirk Löbaus. 

1994 übereignete die Stadtverwaltung das Mehrzweckgebäude dem Bürgerverein. Ab da hieß es "Gasthaus am Berg" und die Vereinsmitglieder legten sich mächtig ins Zeug, daraus ein kleines Schmuckstück zu machen. 1996 bauten sie es in vielen unentgeltlichen Arbeitsstunden um. Zwei Betreiber hatte das Restaurant zwischenzeitlich. Danach kaufte es Jens Israel, der sein Lokal jetzt "Häus´l am Berg" nennt. Innen bietet es 30 Plätze sowie draußen einen urgemütlichen Biergarten. Geöffnet ist, außer Dienstag und Mittwoch, von 11:30 Uhr bis 22:00 Uhr. 

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Musikerviertel
Pläne, die Stadt Löbau durch Siedlungen systematisch zu erweitern, existierten bereits seit Mitte der 1920er Jahre. So sollte beispielsweise am Standort Löbau-Süd das Wohngebiet Löbau-Süd-Ost entstehen. Im Norden wurden die Eisenbahnersiedlung und das Viertel am Trommlerbusch gebaut. Auch für die Vorwerksfelder im Osten, südlich des Siegeshaines, bestanden Bauvorhaben. Der Clou: Nach dem Willen der Stadtplaner wären die Leute auf der heutigen Skiwiese über breit angelegte Stufen zu einem monumentalen, weithin sichtbaren Kriegerdenkmal gelangt. 

Der größte Teil der Pläne für die Bergvorstadt, wie sie damals hieß, blieb auf dem Papier. Erst lange nach dem 2. Weltkrieg, Anfang der 1980er Jahre, entstand auf den Vorweksfeldern das Wohngebiet Löbau-Ost. Den realisierten Abschnitt der Bergvorstadt nannten die Löbauer bald Musikerviertel, weil die hiesigen Straßen Komponistennamen trugen: Richard-Wagner-Straße, Beethovenstraße, Franz-Schubert-Straße. Später kam die Marschnerstraße dazu. Ein Spaziergang durch die kleine Kolonie lässt erahnen, wie Löbau-Ost aussehen würde, hätte das Geld für alles gereicht. 

Jedoch war Geld kurz vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 in den Kommunen knapp. Die hohe Arbeitslosigkeit machte auch der Oberlausitz zu schaffen. Nur wenige Häuser konnten sich die Löbauer leisten und auch der Straßenbau war nur mit staatlicher Bezuschussung (heute Fördergelder genannt) sowie Darlehensaufnahme zu realisieren. Zum Bau zog die Stadtverwaltung Arbeitslose, sogenannte Notstandsarbeiter, heran. Sie hatten das Glück für ein paar Monate nach Tarif bezahlt zu werden. Heute haben und die Bewohner Freude an einem ruhig gelegenen Viertel, direkt am Fuße des Löbauer Berges.

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Heilig Geist Kirche
Im Jahre 1458 wird zum 1. mal ein Kirchlein vor dem Zittauer Tor erwähnt - die Kirche zum Heiligen Geist. Genau genommen stand sie vor dem sogenannten Engeltor, das als zusätzlicher Schutz der Zittauer Vorstadt diente. Die Löbauer nannten das kleine Gotteshaus auch Spitalkirche, denn nur ein paar Meter weiter befand sich einst das Hospital. Das war nicht etwa ein Krankenhaus, sondern diente Fremden als Unterkunft. Später fanden hier auch die Armen eine Bleibe.    

Mit der Zeit allerdings, insbesondere nach der Reformation, verkam die Kirche. Erst nach dem großen Stadtbrand von 1710 besann sich die evangelische Kirchengemeinde erneut auf das Gotteshaus. In den Jahren 1711/12 wurde es wieder aufgebaut und diente fortan heranwachsenden als Katechismuskirche. Ungefähr 150 Jahre nach dem Wiederaufbau bat die kleine katholische Gemeinde Löbaus inständig darum, ihr 1 mal pro Woche in der Heilig-Geist-Kirche eine Andacht zu ermöglichen. 1870 fand hier der erste katholische Gottesdienst statt.

1890/91 fanden erneut umfangreiche Reparaturarbeiten an der Heilig-Geist-Kirche statt. Unter anderem kam dabei ein kleiner Turm mit Uhr auf das Dach. Die Sprengung der Hindenburgbrücke am 7. Mai 1945 zog die Heilig-Geist-Kirche erneut stark in Mitleidenschaft. Wieder musste sie instand gesetzt werden. 1979 erfolgten noch einige Wartungsarbeiten an Turm und Fassade. Danach passierte in dieser Richtung nichts mehr. Dringend notwendig, arbeitete die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde nach 2010 Pläne zu einer umfassenden Sanierung aus.

Es galt, statische Probleme zu lösen, Risse im Mauerwerk auszubessern und vieles mehr zu erledigen. Im Frühjahr 2014 war alles fertig. Für rund 450.000 Euro waren das Dach neu gedeckt, das Gewölbe im Kirchenschiff ausgebessert, ein Sanitärtrakt angebaut und Risse im Altarraum beseitigt. Jeden Montag hält die Evangelisch-Diakonische Grundschule jetzt Andachten in der Heilig-Geist-Kirche ab. Und da der Innenraum wegen der Akustik gut für Konzerte geeignet ist, dürfen sich Besucher im Sommer regelmäßig an der "Abendmusik im Kerzenschein" erfreuen. 

Standort Heilig-Geist-Kirche - hier klicken

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Kaiserliches Postamt 

Als die alten Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, stellte die Stadt Löbau den Antrag zum Erhalt eines neuen Postgebäudes. Das Reich lehnte einen Bau auf seine Kosten ab und so beschloss der Stadtrat am 1. Mai 1885, das Postamt selber zu errichten. Dazu nahm er einen Kredit bei der Städtischen Sparkasse auf. Am 23. August 1886 unterzeichnete Löbau einen Vertrag mit der Kaiserlichen Oberpostdirektion Dresden, die das Haus nach Fertigstellung anmieten wollte. Weiter

Generalauftragnehmer war der Löbauer Baumeister Moritz John. Dieser brauchte nicht lange warten. Schon im September 1886 begannen die Bauarbeiten auf dem vormaligen Viehmarkt bzw. - wie die Löbauer sagten - auf dem Rossplatz. Anfang Juli 1888 war das Haus fertig und Bürgermeister Damm übergab es als nunmehr Kaiserliches Postamt feierlich den neuen Nutzern. Interessant die damaligen Öffnungszeiten: Montag - Sonnabend 7 - 9 Uhr und 14 - 20 Uhr, Sonn- und Feiertags 7 - 9 Uhr und 17 - 19 Uhr. Weiter

Insgesamt kostete das Projekt 86.896,86 Reichsmark. Richtig fertig wurde das Postamt allerdings nicht. Ständig bauten die Löbauer an ihm herum. Ein Wagenschuppen und eine Uhr kamen dazu und am 1. Februar 1890 eine Fernsprech-Vermittlungsstelle. Auch die alte Brunnenanlage reichte bald nicht mehr, sodass man die Post 1892 ans öffentliche Wassernetz anschloss. Ab April 1922 erfolgten Erweiterungsbauten. Rechts in Richtung Promenade um 7 Meter und links bis ans Nachbarhaus Poststraße 3. Weiter

Nach dem Fall des Deutschen Kaiserreiches versah das Löbauer Postamt weiter seinen Dienst. Ab 1919 unter der Bezeichnung Deutsche Reichspost und ab 1949 unter dem Namen Deutsche Post. Die deutsche Einigung brachte auch die Postunternehmen wieder zueinander. Von 1990 an nutzte die Deutsche Bundespost das alte Kaiserliche Amt. Jedoch nur bis 1997, danach bezog sie neue Räume an der Poststraße. Heute firmiert die Post als Deutsche Post AG und betreibt auf der Sachsenstraße eine Filiale. Weiter

Altes Kaiserliches Postamt heute
Postfiliale auf der Sachsenstraße
Standort Postamt - hier klicken
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Friedens(Sieges)hain und Siegessäule 

Im Jahre 1895 beauftragte die Stadt Löbau den Görlitzer Gartenbaudirektor Sperling, am sogenannten "Langen Rain" einen Park zu erschaffen. Er sollte, zusammen mit der Siegessäule, dem Andenken an den Sieg über die Franzosen bei Sedan im Jahre 1870 dienen. Heute ist der Friedens(Sieges)hain eine schöne, gepflegte Parkanlage. So wie es sich Bürgermeister Mücklich einst wünschte: "Denn man darf annehmen, dass unsere Nachkommen keine Vandalen sein und den Hain abschlagen, in vielmehr pfleglich unterhalten werden ..."

Anlässlich des 25. Jahrestages des Sieges über die Franzosen bei Sedan wurde die Siegessäule am 2. September 1895 von den Löbauern feierlich eingeweiht. Errichtet hat sie die Löbauer Syenit- und Granitwarenfabrik Hedwig Agnes Kloß aus Meißner Granit. Der Obelisk ist 13 Meter hoch und war ursprünglich an allen 4 Seiten mit Inschriften versehen. Aus offenbar politischen Gründen verschwanden 3 davon zu DDR-Zeiten. Die übrig Gebliebene zitiert einen Text aus Schillers "Tell" (siehe nächstes Bild)

Einzig diese Tafel ist noch da!
"Ans Vaterland, ans teure schließ dich an;
Das halte fest mit deinem ganzen Herzen;
Hier sind die starken Wurzeln
deiner Kraft!" (Schiller, "Tell")
Hoffen wir, dass wenigstens sie den ideologischen Zeitgeist übersteht.

Sockel ehemaliges Kaiser Wilhelm Denkmal
Der ehemalige Lange Rain, heute Lindenallee Richtung Stadt
Im Park befinden sich wertvolle Bäume Sträucher
Parkansicht
Parkansicht
Parkansicht
Holzplastik im Park
Holzplastik im Park
Holzplastik im Park
Parkansicht
Parkansicht
Holzplastik im Park
Ehemaliger Langer Rain, heute Lindenallee Richtung Berg
Standort Friedenshain - hier klicken
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Alter Friedhof 

Der Alte Friedhof in Löbau fand erstmals im Jahre 1544 Erwähnung. Er dürfte aber, als Begräbnisstätte außerhalb der Stadtmauern, schon länger existiert haben. Einstmals versehen mit zahlreichen Grüften, einmaligen Gräbern und Skulpturen, ist der 1909 geschlossene Gottesacker heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Vieles wurde in DDR-Zeiten und nach der Wende zerstört. Im Frühjahr 2015 hat ihn die Stadt saniert und einige der alten Grabsteine wieder aufgestellt. Jetzt bietet er wieder einen schönen Anblick und ein gutes Plätzchen, um auf dem Weg in die Stadt ein wenig auszuruhen.

Bis zum 26. Mai 1842 stand auf dem Alten Friedhof die Löbauer Liebfrauenkirche. 1359 wurde sie erstmals aktenkundig als Capella Beatae Virginis extra muros (Kirche der Heiligen Jungfrau außerhalb der Mauer) erwähnt. Vielmals sanierten die Löbauer dieses kleine Gotteshaus, 1792 erhielt der Turm zum letzten Mal ein neues Dach. Danach fehlte offenbar der Wille zum Erhalt der baufälligen Kirche. Aus den gewonnenen Baumaterialien baute die Stadt ein kleines Leichenhaus und sanierte den Weg zur Heilig-Geist-Kirche. Ansicht heute: siehe nächstes Bild.

Ehemaliger Standort Liebfrauenkirche
Alte Grabsteine
Ausgang zur Brücke der Jugend
Blick zur Luckeschen Gruft
Grab Friedrich August Bretschneider, Erbauer des Gusseisernen Turmes
Blick zu den Soldatengräbern
Blick nach Süden (Brücke der Jugend)
Luckesche Gruft und Kriegerdenkmal 1866
Standort Alter Friedhof - hier klicken
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Das ehemalige Löbauer Krankenhaus
Der Grundstein für das spätere Löbauer Krankenhaus wurde am 28. September 1829 auf dem sogenannten Taschenberg gelegt. Jedoch nicht für das heute hier stehende Gebäude, sondern für das viel kleinere Armenhaus und Hospital der Stadt. Im Deusch-Deutschen Krieg 1866 unterhielt hier die preußische Armee ein Militärlazarett. Nach Abzug der Preußen führten die Löbauer das Lazarett weiter, der Begriff "Krankenhaus" setzte sich durch.

Im Jahre 1886 trennte die Stadt das Armen- vom Krankenhaus und strukturierte es neu. Am 1. Juli 1891 berief sie zum ersten Mal einen Leiter für diese medizinische Einrichtung, Dr. med. Friedrich Alwin Kunad. 1894 folgte ihm der Facharzt für Chirurgie und Frauenheilkunde Dr. med. Erich Lobeck. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Löbauer Krankenhaus zu einer modernen medizinischen Einrichtung. Das bisherige Gebäude genügte bald nicht mehr den Anforderungen und so baute man es 1912/13 vollkommen um. Bis heute prägt es unser südliches Stadtbild.  

Dr. Lobeck führte das Haus 40 Jahre. Danach übernahm sein Assistenzarzt Dr. med. Buheitel die Leitung. Federführend baute er das Krankenhaus weiter aus. 1935 kam ein neues Verwaltungsgebäude hinzu. Bis in die letzten Kriegstage 1945 versorgte Dr. Buheitel mit seinen Mitarbeitern hier Kranke und Verwundete. Erst die Sprengung der unmittelbar angrenzenden Hindenburgbrücke machte dem kurz ein Ende. Mit Unterstützung der sowjetischen Kommandantur nahm das Haus seine Arbeit jedoch bald wieder auf. Bis 1947 blieb Dr. Buheitel dessen Leiter.  

Nach dem Ausscheiden Dr. Buheitels sollte die medizinische Einrichtung noch 23 Jahre ein allgemeines Krankenhaus bleiben. Dann kam das Aus. Obwohl als Krankenhaus zu klein, konnte es dennoch weiter genutzt werden. Nach umfangreicher Rekonstruktion öffnete es am 10. Juni 1970 erneut seine Pforten, diesmal ausschließlich für werdende Mütter. Diese Entbindungsklinik bestand bis zum 23. März 1993. Danach musste Löbau, zugunsten des Klinikum Ebersbach, auf seine Geburtsstation verzichten. Heute nutzt die AWO Oberlausitz das Haus für soziale Wohnzwecke.

Standort ehemaliges Krankenhaus - hier klicken
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Geschwister-Scholl-Gymnasium
Es war der 23. Mai anno 1873, als die Löbauer im Wettiner Hof (ehemaliger Oberlausitzer Hof, jetzt abgerissen) ihr Königliches Lehrerseminar im Rahmen einer kleinen Feierstunde ins Leben riefen. Die anwesenden Honarationen beschlossen, die neue Bildungsstätte zunächst mit in der Schule neben der Johanniskirche (spätere Preuskerschule) unterzubringen. Das war jedoch nur eine vorübergehende Lösung. Bereits ein Jahr später, 1874, erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Lehrerseminar im Norden der Stadt, unweit des alten Pferdemarktes. 

Nach drei Jahren Bauzeit konnte das Gebäude nebst Turnhalle und Schlafsälen eingeweiht werden. Volkserziehung schrieb man im damaligen Kaiserreich groß und so reichte das alte Haus bald nicht mehr aus. 1906 kam entlang der August-Bebel-Straße ein zweites und 1925, mit Einführung der Deutschen Oberschule, ein drittes Gebäude hinzu. Die in der Reihenfolge ihrer Erbauung mit A, B und C bezeichneten Komplexe, erhielten 1949, als nunmehr sozialistische Bildungseinrichtung, den Namen "Geschwister Scholl". Zehn Jahre später wurde aus ihr eine Erweiterte Oberschule.

Das im Stil des Historismus erbaute und 1996 bis 1999 restaurierte Haus A beeindruckt durch seine monumentale Bauweise und klare geometrische Formen. Es hat, genau wie die im Jugendstil errichteten und ab 2007 sanierten Häuser B und C, den Status eines Kulturdenkmals. Ergänzend bieten der Schulhof sowie ein großzügig angelegter Park ausreichend Platz für entspannte Pausen. Nicht zuletzt empfehlen sich auch gepflegte Sportanlagen sowie die modern eingerichtete Turnhalle bestens für den Schul- und Freizeitsport.  

Das Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasium ist heute eine weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte und beliebte Bildungseinrichtung. Dabei sind es auch die durch Lehrer und Schüler angeregten außerschulischen Aktivitäten, die überregional von sich reden machen. Theatergruppen, Schulchöre sowie zahlreiche andere Projekte befördern das Gymnasium quasi zu einem kulturellen Highlight in der Oberlausitz. Offen für alle wollen sie sein und vor allem stolz können sie sein. Stolz auf das Erreichte und auf ihren Namen. Ihm jedenfalls machen Scholl-Eleven und Pädagogen alle Ehre.

Standort Gymnasium - hier klicken
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Haus Schminke
1930 nahm der Löbauer Nudelfabrikant Fritz Schminke Kontakt zum Architekten Hans Scharoun auf. Er bat, ihm und seiner Familie ein Haus zu bauen, dass den Eltern, 4 Kindern und 1 bis 2 Gästen ausreichend Platz bieten konnte. Außergewöhnlich und funktionell sollte es sein, und so gelang es Hans Scharoun, den Schminkes ein Haus zu konstruieren, dass heute zu den herausragenden Vertretern der Stilrichtung "Neues Bauen" und "International Style" gehört.

Im August 1932 begannen die Bauarbeiten und im März 1933 zog Familie Schminke in ihr neues Haus. Lange hatte sie jedoch keine Freude an ihrem Heim. Ganze 12 Jahre lang durfte sie darin bleiben. Fritz Schminke noch weniger, denn er musste 1939 in den Krieg ziehen und verblieb bis 1948 in russischer Gefangenschaft. Nachdem seine Frau mit den Kindern am 7. Mai 1945 kurzzeitig aus Löbau floh, beschlagnahmte die Rote Armee das Gebäude und nutzte es zunächst als Militärkommandantur.

Zwar erhielt die Familie ihr Eigentum 1946 zurück und Charlotte Schminke richtete ein Erholungsheim für bombengeschädigte Dresdner Kinder ein, doch eine Zukunft in der neu entstandenen DDR kam für die Schminkes nicht infrage. 1950 verließ Fritz das Land, weil er wegen Belieferung der Wehrmacht als Kriegsverbrecher galt. 1951 folgte ihm seine Frau nach Celle. Im Jahre 1952 wurde die Familie Schminke enteignet - das Gebäude ging an die Stadt Löbau. Die nutzte es erst als FDJ-Klubhaus und ab 1963 als Haus der Pioniere.

Nach 1990 verzichtete Familie Schminke auf eine Rückübertragung und gab damit die Scharoun-Villa weiter zur öffentlichen Nutzung frei. Einige Jahre vom Förderverein Freizeitzentrum e.V. betrieben, konnte sie von 1999 bis 2000 umfassend saniert werden. 3,2 Millionen DM kosteten die Baumaßnahmen, von denen eine Hälfte die Wüstenrot-Stiftung, die Andere der Bund sowie der Freistaat Sachsen trug. Seit 2009 befindet sich die Immoblie in Trägerschaft der Stiftung Haus Schminke. Sie kümmert sich um den Erhalt sowie die Vermarktung des Hauses. Mehr Bilder hier.

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Kreismusikschule
Das im Stil des Historismus gestaltete Gebäude am Johannisplatz 10 wurde in den Jahren 1884/85 als städtische Realschule erbaut. Nach nur knapp über einem Jahr Bauzeit konnten Schüler und Lehrer am 9. Oktober 1885 das Haus übernehmen. Da sie nach 38 Jahren im sogenannten Seminarviertel ein neues Schulhaus (Pestalozzischule) bezogen, richtete die Stadt 1923 hier eine gewerbliche Berufsschule ein. Sie bestand bis 1991.

Im Jahre 1991 übernahm der damalige Landkreis Zittau den Bau und begann 1996 mit der grundlegenden Rekonstruktion. Zunächst waren die Innen- sowie Außenbereiche dran und im folgenden Jahr kamen neue Fußböden ins Haus. Gleichzeitig wurden alle Klassenzimmer malermäßig instand gesetzt. Ab 1998 erfolgte die Trockenlegung und Verschönerung der Fassade, ebenso erhielt das Gebäude eine neue Heizungs- und Elektroanlage. Die Baumaßnahmen kosteten insgesamt rund 1,5 Millionen Euro. 

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Wer vor ihm steht, dem fällt sofort der etwas vorstehende Mittelteil auf. Dessen streng aber ästhetisch gegliederte Fassade mit den schönen Bogenfenstern im Obergeschoss ist der Blickfang schlechthin. Die bemerkenswerten Fensterfronten vorn als auch hinten verkörpern zudem Gleichheit und Symmetrie. Um das Haus findet der Besucher eine gepflegte Außenanlage mit gepflastertem Eingangsbereich, Grünflächen, Plastiken sowie ausreichend Parkplätze.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten übernahm die Kreismusikschule 2002 das Haus. Seit über 10 Jahren in die Kultur- und Weiterbildungs-Gesellschaft mbH (Kuweit) eingegliedert, werden in ihr rund 2.500 Musikschüler von 37 fest angestellten und 50 freien Lehrern unterrichtet. Die Ausbildungsstätte genießt einen guten Ruf und konnte bei Ausscheiden bereits zahlreiche Preise erringen. Hier in Löbau gibt es das Orchester Grenzenlos und Mixtura, ein Klarinetten- und Saxofonquartett sowie ein Vokalensemble. 

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König-Albert-Bad
Schon seit Urzeiten sprudeln am König-Albert-Bad zwei Quellen. Deren Wasser floss früher weitgehend ungenutzt ins Tal, jedoch sagten die alten Löbauer ihm heilende Wirkung nach. Als im Jahre 1714 der regierende Bürgermeister Segnitz durch das Wasser von einer Krankheit genas, ließ er die Quellen einfassen und zum Wohle aller ein kleines Brunnenhaus errichten. 100 Jahre später entstand daneben eine bescheidene Badeanstalt mit 6 Kabinen.

Die Löbauer wollten allerdings mehr aus ihren Heilquellen machen. Sie rissen die alten Badestuben ab und bauten 1875/76 nach Plänen von Prof. Ernst Giese ein neues, repräsentatives Haus. 1878 durften sie es König-Albert-Bad nennen. Aus einstigen Kurbadträumen der Stadtverwaltung wurde zwar nichts, die Bevölkerung indessen störte das wenig. Sie nutzte die Wannen-, Dusch- und Saunabäder mit Begeisterung. 1975 wurde das Bad noch einmal modernisiert, verfiel danach aber zusehends.

Noch bis 1992 befand sich im König-Albert-Bad eine Physiotherapie. Danach stand das Gebäude leer und brauchte dringend Investoren. Mit Günter Reinsch hatte es 2001 den Richtigen gefunden. Er legte ein Konzept vor, das für rund 1,5 Millionen Euro Erlebnisgastronomie und den Einbau einer Bowlingbahn vorsah. Am 6. August 2001 begann die Sanierung. Auch die im 2. Weltkrieg zerstörte Kuppel kam originalgetreu wieder aufs Dach. 

Heute kann man das König-Albert-Bad wieder in seiner vollen Schönheit bewundern. Als wahres Schmuckstück mit ausladender Freitreppe versprüht es sogar einen kleinen Hauch Sanssouci in der sonst eher zurückhaltend wirkenden Stadt. Im oberen Teil lädt ein Restaurant mit Saal, Brunnenzimmer und großzügiger Terasse zum Verweilen ein. Einen herrlichen Blick auf den Löbauer Berg gibt es gratis dazu. Im Untergeschoß befindet sich die "King Bowl Anlage" mit 5 Bahnen sowie eine Cocktailbar. Leider ist die Gaststätte auf unbestimmte Zeit geschlossen.

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Technisches Rathaus / Preuskerschule

Von mächtigen Wehrmauern behütet, lebten lange Zeit Franziskanermönche in Löbau. Unmittelbar neben ihrem Gotteshaus, der Johanniskirche, stand das dazugehörige Kloster. Im Jahre 1563 starb der letzte Mönch. Es gab keine Nachfolger und die Löbauer richteten im Gebäude ihre erste Stadtschule ein. Mehrmals brannte das Schulhaus ab, aber der Rat ließ die Lehranstalt immer wieder aufbauen, wandelte sie 1818 sogar in eine Bürgerschule um.

Vor 160 Jahren beauftragte Löbau den Zittauer Baumeister Carl August Schramm, ihnen auf den Mauern des alten Klosters ein großes Schulhaus zu bauen. Nach seinen Plänen entstand in den Jahren 1854/55 ein repräsentatives Haus, das bis heute mit Recht zu den attraktivsten Gebäuden Löbaus zählt. Besonders vom Löbauer Berg aus gesehen, prägt es mit seiner imposanten Erscheinung die Silhouette der Stadt.

Die ehemalige Preuskerschule besteht aus zwei gleichen Hälften. Dadurch war es Schramm möglich, den Bau bei vollem Schulbetrieb fertigzustellen. Bis 1995 nutzte der Landkreis das Gebäude noch als Förderschule, danach wurde der Lehrbetrieb eingestellt. Was sollte künftig aus der ehrwürdigen Bildungsstätte werden, fragten sich die Verantwortlichen. Würdig müsste es sein, schließlich trug sie den Namen eines der größten Söhne der Stadt, Karl Benjamin Preusker.

Ein Umbau zum Wohnhaus wäre sehr aufwendig gewesen, kam also aus Kostengründen nicht infrage. Zu guter Letzt entschied man sich, hier ein sogenanntes Technisches Rathaus einzurichten. Am 1. Januar 1998 begann die Sanierung. Sie erfolgte etappenweise: Als Erstes zog 1999 das Stadtarchiv ins Erdgeschoss und zuletzt richtete sich 2004 die Finanzverwaltung im Dachgeschoss ein. Insgesamt flossen fast 3 Millionen Euro in die Rekonstruktion des Objektes.
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Die Reichelvilla

Wer aus der Löbauer Altstadt auf den Theaterplatz kommt, dem fällt sofort eine stattliche Villa aus dem 19. Jahrhundert auf. Typisch für diese Epoche: Der Architekt hat verschiedene Baustile in einem Objekt vereint. So sind innen wie außen klassizistische, historistische sowie neobarocke Elemente zu erkennen. Vielen eingefleischten Löbauern ist das Haus als Hornvilla bekannt, da zu DDR-Zeiten hier der bekannte Löbauer Arzt Dr. Horn praktizierte. Gebaut hat sie allerdings ein anderer! 

Im Jahre 1835 errichtete Tischlermeister Karl Adolf Stanke ein Haus am ehemaligen Töpfermarkt. Damals standen noch Reste der alten Stadtmauern. Er bat, dieses Gebäude zwischen äußere und innere Stadtmauer setzten zu dürfen. Später nannten die Löbauer den Töpfermarkt Theaterplatz und ein gewisser Friedrich Wilhelm Reichel, Bürger und Kaufmann allhier, erwarb 1842 das Anwesen. Rechts im Bild das Reicheltsche Haus um 1869. (Zeitgenössischer Stich, Stadtarchiv)

Im April 1891 reißt August Emil Reichel (Fa. Reichel & Sohn) das väterliche Haus ab und beauftragt Baumeister Peschel mit einem Neubau. Am 5. Mai reicht dieser bei der Stadt entsprechende Baupläne ein und 9 Monate später ist der Rohbau fertig - der Theaterplatz vom Bauschutt geräumt. 1910 installiert Reichel in seinem Haus eine Elektrobeleuchtungsanlage. Bild links eine Ansichtskarte aus dem Jahre 1910.

In der DDR war die Vereinigte Gesundheitseinrichtung Med. Betr. Löbau Eigentümer des Gebäudes. Nach 2002 wurde das Haus innen und außen saniert. Immer noch beherbergt es in der unteren Etage eine Arztpraxis. Im Bild rechts ist die Hinteransicht der Villa am Gewandhausgässchen zu sehen. Genau hier verlief bis Anfang des 19. Jahrhunderts die innere Stadtmauer.

 

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Das Rathaus

Das Rathaus von Löbau auf dem Altmarkt 1 gehört mit zu den Schönsten in Sachsen. Am 22. Oktober 1710 fiel das alte Rathaus bei einem Stadtbrand in Schutt und Asche (siehe „Historische Pfade“ Folge 1). Der Zittauer Baumeister Heinrich Prescher baute es zwischen 1711 und 1714 im barocken Stil wieder auf. Vielfach wurde das Haus nach jeweiligem Zeitgeschmack umgestaltet.

1871/72 beispielsweise, heuerte die Stadt den Zittauer Baumeister Tümmler an. Er gab Turm und Fassade ein neugotisches Gepräge und 1891/92 erfolgte der Einbau eines großen Sitzungssaales im 2. Obergeschoss. 1935 änderte sich die Meinung des Stadtrates und er ließ Fassade sowie Turm vom Baumeister Carl Richter aus Dresden wieder nach dem Original von 1714 herrichten.

Ein Ausrufezeichen in puncto Zeitgeist setzten DDR-Behörden. Sie verpassten dem Rathaus 1971 kurzerhand einen roten Farbanstrich. In den Jahren 1991 bis 1992 sanierten die Löbauer ihr Rathaus denkmalgerecht nach dem Vorbild von 1714. Auch die im Foyer vom Malermeister Eickler kunstvoll bemalte Holzdecke kann seitdem wieder bewundert werden.  

Am Turm des Rathauses sind zwei Sonnen- und normale Turmuhren angebracht. Aus dem Zifferblatt an der Südseite schaut ein Männerkopf, der alle viertel Stunden den Mund öffnet. Die Löbauer bezeichnen ihn als Judutekopf. Darüber zeigt eine schwarz-goldene Kugel exakt die jeweilige Mondphase an. Über dem Eingangsportal thront, in Gold gefasst, das Wappen von Löbau (nach Info-Blatt Stadt Löbau) und das von Sachsen-Polen (nach Info-Blatt Stadt Löbau). Die Touristinformation findet man in den alten Fleischerbänken unmittelbar am Rathaus. 

Standort Rathaus - hier klicken
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Die Johanniskirche
Im Jahre 1336 wurde die Johanniskirche zum ersten Mal urkundlich im Zusammenhang mit dem hier ansässigen Franziskanerkloster erwähnt. 1563 starb der letzte Mönch in Löbau. Die Kirchengemeinde nutzte das Gotteshaus danach lange Zeit als Wendische Kirche. Das heißt: Hier wurde in sorbischer Sprache gepredigt. Ihr Baustil blieb schlicht, so wie es die Franziskanermönche hielten. 1994 übernahm die Stadt den sakralen Bau vom ev. luth. Kirchenamt.

In der DDR-Zeit blieb der Kirchenbau weitgehend sich selbst überlassen.  Im Jahre 1996 begann die Stadt Löbau mit einer Teilsanierung. Der Kirchturm hatte sich bereits vom Schiff gelöst und musste stabilisiert werden. Ebenso hat man fürs Erste Dachstuhl, Dach und Fassade erneuert. So konnte die Kirche langsam einer kulturellen Nutzung zugeführt werden. Erste Konzerte und andere Veranstaltungen fanden in ihr statt.

Nach der Bewilligung von Fördermitteln im Jahre 2001 begann der Ausbau der Johanniskirche Löbau zum Kulturzentrum des Sechsstädtebundes und der Euroregion Neiße. Der Chor und das Kirchenschiff mussten, ihrer neuen Verwendung entsprechend, umgebaut werden. Dabei haben die Architekten den kirchlichen Charakter beibehalten. Sehenswert sind auch die liebevoll restaurierten Kirchenfenster.

Der Besucher der Johanniskirche betritt den Zuschauerraum heute durch den Anbau an der Nordseite. Früher stand hier das alte Stadtschreiberhaus (siehe oben rechts). Im Funktionsanbau befinden sich das Foyer und eine Cafeteria. Von das aus haben die Gäste durch das große Fenster einen direkten Blick auf den Johannisplatz. Für die Künstler sind im hinteren Bereich Sozialräume eingerichtet. Die Johanniskirche in Löbau ist in Sachen Rekonstruktion ein Musterbeispiel für die Verbindung von Historie und Moderne. Mehr Bilder: hier

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Rittergasse 6

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Eine neue und interssante Bilddokumentation zum Haus Rittergasse Nr. 6 in Löbau finden Sie auf der Seite loebaufoto.de von Peter Emrich.

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